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In diesem Artikel schreibe ich über den Umgang mit Angst und wie du die Angst bewältigen kannst. Wie du dir schon vorstellen kannst, geht es nur mit Mut. Aber dafür gewinnst du mehr als nur Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Ich wünsche dir viel Spaß mit meiner kleinen Geschichte:

Meine kleine Geschichte

Einst kletterte ich über einen Klettersteig einen hohen Berg hinauf. Irgendwann war ich so weit oben, dass ich den Boden nicht mehr sehen konnte. Dann kam ich an eine Stelle, die ich als sehr steile und glatte empfunden hatte. Noch nie hatte ich so einen Abschnitt überwinden müssen. Die Stelle gab nur wenige Möglichkeiten einen festen Tritt und einen guten Halt zu bekommen. Aber das sollte mich nicht aufhalten, dachte ich.

Ich war völlig gelähmt

Doch dann hing ich an dieser Stelle fest. Ich bemerkte, wie sich die Angst in einer übermannenden Welle von meinen Fußspitzen an, durch meinen ganzen Körper, in meinen Kopf bewegte. Ich war völlig gelähmt. Ich klammerte mich fest an die Wand, zog mich nah an sie heran und konnte keinen Schritt mehr vor oder zurückgehen. Mir war klar, dass ich an dieser sehr ungünstigen Stelle auf keinen Fall abzustürzen sollte. Meine Sicherung war so ungünstig positioniert, dass sie mich gegen einen Felsvorsprung schleudern würde, wenn ich fallen würde. Es war klar, dass ich tief fallen und mich auf jeden Fall verletzen würde. Niemand konnte mir an dieser schwierigen Stelle helfen.

Die Angst will angenommen werden

Mir wurde bewusst, dass ich die Situation schnell lösen sollte, bevor mir die Kraft ausgehen würde. Ich war bis oben hin voll mit Adrenalin, was mein Denken fast lahm gelegt hatte. Aber dann traf ich eine Entscheidung: Ich werde diese Situation bewältigen. Ich erinnerte mich, dass die Angst es gut mit mir meint und mich nur beschützen will, aber sie nicht immer logisch agiert. Sie will nur, dass ich sie bemerke und annehme. Also sagte ich zu meiner Angst: “Du darfst da sein und ich akzeptiere dich”. Mit einem Male zog sich eine Welle der Gänsehaut, von meinem Kopf bis zu den Zehen, meinen Körper hinab.

Wenn du nicht mehr weiter weißt, musst du Abstand nehmen

Ich wurde wieder klar im Kopf und sofort schoss ein Satz meines Bergführers in den Kopf: “Wenn du nicht mehr weiter weißt, musst du Abstand nehmen”. Also nahm ich meine letzte Kraft und meinen ganzen Mut, lehne meinen Körper von der Wand weg, sah einen höher liegenden Tritt und eine gute Stelle mich festzuhalten. Ich griff nach dieser höher liegenden Stelle zog mich zum höher liegenden Tritt und überwand diese für mich furchteinflößende Stelle. Als ich in Sicherheit war, platze ich vor Freude, weil ich gerade ein unglaubliches Erlebnis hatte. Ich hatte meine Angst noch nie so intensiv gespürt und ich hatte sie so erfolgreich bezwungen. Das Gefühl, an diesem Tag über mich hinaus gewachsen zu sein und die Angst in der Tiefe verstanden zu haben, stellte sich ein.

Die Angst geht in den Keller und übt Gewichtheben

Die meisten Menschen kennen die typische Reaktion auf Angst, nämlich den Satz: “Du brauchst keine Angst zu haben.” Jede Mutter und jeder Vater meint diesen Satz tröstlich, wenn dieser dem Kind gegenüber ausgesprochen wird. Tatsächlich ändert dieser Satz nichts an der Angst eines Kindes oder eines Erwachsenen. Wir lehren und lernen die Angst weg zu schieben. Und dann wundern wir uns, warum die Angst mit der Zeit immer größer wird. Ich sage dir warum: Die Angst geht in den Keller, um dort Gewichtheben zu üben. Denn du bist ja nicht gewillt, sie zu sehen. Also muss sie stärker werden und vor allem fruchteinflößender. Wir haben alle nicht gelernt, wie wir richtig mit Angst umzugehen haben. Also lasst uns künftig alle die Angst sehen und annehmen, damit sie endlich in Rente gehen kann und wir hingegen ein Stück weit mehr Freiheit erlangen.

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